Zukunft eigenverantwortlich gestalten, zur Wahl gehen und die Zeit im Auge behalten
Mit südamerikanischen Samba-Rhythmen eröffnete die Band „Cai Piranha“ lautstark die Abschlussfeier der Berufsschule I in der Waltenhofener Mehrzweckhalle.
Schulleiter Hanns Deniffel begrüßte die rund 350 Absolventinnen und Absolventen zusammen mit deren Begleitung und betonte gleich zu Beginn seiner Ansprache die entscheidende Rolle, die die jungen Fachkräfte für die Zukunft der Gesellschaft spielen werden. Er führt aus, dass sie nicht nur Verantwortung in den Betrieben tragen werden, sondern auch Garanten für den Fortbestand unserer Demokratie seien.
In den anschließenden Grußworten appellierte Bürgermeisterin und Verbandsrätin Erna-Kathrein Groll an die jungen Menschen, Informationen zu filtern und zu überprüfen. Es sei an ihnen, einen eigenen Weg zu finden und die sich bietenden Chancen der Arbeitswelt zu nutzen. Ein Blick in andere Regionen und Länder ist bereichernd, die Rückkehr ins Allgäu für viele aber dann doch das langfristige Ziel.
Diese Aussagen bestätigte Kreishandwerkermeister Josef Sigel ausdrücklich. Nachdem mit der Berufswahl die erste große, eigenständige Entscheidung getroffen wurde, gab er einen Ausblick auf die bevorstehende Zeit im Berufsleben der jungen Fachkräfte. Jeder ist der Pilot der eigenen Zeit, so Sigel. Es gilt, diese Zeit sinnbringend zu nutzen, ungenutzte Zeit sei unwiederbringlich verloren.
Alle Redner appellierten in ihren Ausführungen, die eigene Entscheidungsfreiheit zu nutzen und zur bevorstehenden Bundestagswahl zu gehen.
In seiner Festrede schilderte Rudolf Pelikan, Ausbildungsleiter der Fa. Wanzl, die Herausforderungen der kommenden Jahre aus Sicht der Betriebe, machte aber zugleich deutlich, dass diese auch zahlreiche Chancen beinhalten. Um Herausforderungen zu meistern bedarf es an Kreativität, Flexibilität und besonders an dem Willen, die eigenen Fertigkeiten kontinuierlich zu verbessen. Er bestärke die jungen Absolventinnen und Absolventen in ihrem Glauben an sich selbst und an ihre Fähigkeiten.
Der Schülerredner Cem-Robert Wiedemann aus der Klasse EG13 blickte kurzweilig und – wie er sagte – sehr subjektiv auf die hinter ihm liegende Lehrzeit zurück. Sein Dank galt allen an der Ausbildung Beteiligten, besonders ging er auf seinen leider überraschend verstorbenen Klassenleiter ein, bei dem neben der reinen Wissensvermittlung auch eine gesunde Portion Humor den Unterricht bereichert hat. In seinem Fazit über 3,5 Jahre Ausbildung stellte er fest, dass ihm die Berufsschule überraschenderweise schon irgendwie fehlen werde. Er bilanzierte, dass Erfolg ganz besonders durch Fleiß entstünde und führte als Beispiel auch gleich die erfolgreiche Leistungssteigerung eines seiner Mitschüler an.
Die Ehrung der Preisträger mit der Verleihung der entsprechenden Urkunden wurde vom Abteilungsleiter der Elektro-Abteilung Thomas Barmetler durchgeführt. In seiner Laudatio verdeutlichte er graphisch, dass ein Mensch statistisch rund 8 volle Jahre seiner Lebenszeit mit Arbeiten verbringt. Dieser Zeitspanne stellte er die Zeit gegenüber, die in einem Leben als Bildschirmzeit gezählt wird.
Insgesamt erhielten die jeweils besten Schülerinnen und Schüler einer Klasse mit einem Notenschnitt von mindestens 2,0 einen Schulpreis, für Leistungen besser als 1,5 konnten 21 Staatspreisurkunden überreicht werden. Mit dem Staatspreis mit Auszeichnung wurden vier junge Facharbeitskräfte geehrt, zwei davon mit dem sagenhaften Schnitt von 1.0.