Elf Projekte, 250 Arbeitsstunden – und jede Menge Begeisterung: An der Technikerschule für Mechatronik an der BS1 zeigen angehende Mechatroniktechniker, was in ihnen steckt.
Kempten – Es summt, blinkt und bewegt sich in den Praxisräumen der BS1: Wo sonst Unterricht stattfindet, präsentieren angehende Mechatronik-Techniker ihre ganz eigenen Erfindungen. Die Klasse TSV2 hat in den vergangenen sechs Monaten eindrucksvoll bewiesen, wie aus Theorie greifbare Technik wird – und dabei nicht nur Maschinen, sondern auch sich selbst weiterentwickelt.
Im Fach Mechatronische Systementwicklung geht es darum, Mechanik, Elektronik und Programmierung miteinander zu verbinden. Klingt komplex – ist es auch. Doch genau darin lag die Herausforderung: In Zweierteams sollten die Schüler eigenständig ein Produkt entwickeln, mit einem Budget von 200 Euro. Eine Aufgabe, die Kreativität ebenso forderte wie technisches Know-how.
Dabei arbeiteten die angehenden Techniker unter realistischen Bedingungen – ganz wie in der freien Wirtschaft. Drei Faktoren bestimmten den Projekterfolg maßgeblich: begrenzte Ressourcen wie Werkzeuge und Materialien, ein klar definierter Zeitrahmen von sechs Monaten inklusive zwei Abgabeterminen und das vorgegebene Budget. Diese Rahmenbedingungen verlangten nicht nur technische Lösungen, sondern auch Planungsgeschick, Prioritätensetzung und wirtschaftliches Denken.
Der Start verlief holprig. „Spiel oder Alltagshelfer?“ – diese Frage beschäftigte viele Teams zu Beginn. Doch nach der Ideenfindung ging es ans Eingemachte: technische Zeichnungen, Stromlaufpläne und die Auswahl geeigneter Bauteile. Unterstützung gab es nicht nur aus der Schule – einige Gruppen arbeiteten sogar mit externen Partnern wie Schreinereien oder dem Kempodium in Kempten zusammen.
Spätestens in der Umsetzungsphase wurde es lebendig. In den Werkstätten wurde gedreht, gefräst, gesägt, geschraubt und programmiert. Besonders gefragt: die 3D-Drucker, die teils rund um die Uhr liefen. Viele Projekte basieren auf Mikrocontrollern und wurden in C++ programmiert. Für das nötige Wissen gab es oft einen initialen Input des betreuenden Lehrers, dann war jedoch oft auch viel Eigeninitiative und „Lerning by Doing“ angesagt. Auch diverse KIs – z.B. das bekannte ChatGPT – halfen hier oft weiter.
Und der Einsatz zahlte sich aus: Nach und nach erwachten die Projekte zum Leben. Lichter flackerten, Motoren surrten, Abläufe funktionierten. Hinter jedem Ergebnis stecken oft mehr als 250 Arbeitsstunden – zusätzlich zum regulären Unterricht.
Am Präsentationstag schließlich zeigten die angehenden Techniker, was sie geschaffen haben – und sorgten für staunende Gesichter. Besucher aus verschiedenen Ausbildungsrichtungen konnten die Projekte hautnah erleben. Von der „Wetterkugel“ über den „Cocktailautomaten“ bis hin zur kreativen „Minion Prison Box“ reichte die Bandbreite. Auch ein „Perpetuum Mobile“, eine „Wortuhr“ oder der „Süßigkeitenautomat“ zeigten eindrucksvoll, wie vielseitig Mechatronik sein kann.
Besonders bemerkenswert: der Teamgeist. Trotz Zeitdruck und technischer Hürden hielten die Zweierteams zusammen, tüftelten, optimierten – und wuchsen an ihren Aufgaben. Unterstützung erhielten sie dabei von ihrem Lehrer Herrn Barmetler, der die Projekte begleitete und förderte.
Für die Klasse TSV2 bleibt vor allem eines: Stolz. Stolz auf das Erreichte, auf das eigene Durchhaltevermögen – und auf die Erkenntnis, was mit Engagement und Leidenschaft möglich ist.
Wer neugierig geworden ist, kann die Projekte auch online entdecken: Entweder auf der Schulhomepage mit verlinkten Videos (https://t1p.de/projekte2026) oder auf YouTube unter „FMT Kempten – Projektarbeit 2026“ geben die Schüler spannende Einblicke in die Entstehung ihrer Arbeiten.
Verfasser: Ernst Leo (Klassensprecher der TSV2)